München

Am 26. September 1998, waren wir zu Besuch bei Silke in München. Sie hat uns stolz „ihr“ München gezeigt und abends für mich das Tagebuch geführt.
Auch hier waren wir hochdroben. Nicht nur auf dem Riesenrad des Oktoberfestes, sondern laut Eintrittskarte No. 28. für DM 2.50 Spende, auf dem Alten Peter.
Man hätte, wenn denn Fön gewesen wäre, die bezuckerten Alpen sehen können. Wie später am Starnberger See oder von der Ilkahöhe aus. Doch so hatten wir das, im weißen Licht der umflorten Septembersonne liegende München vor und unter uns. Der Marienplatz mit seiner golden blinkenden Mariechen in der Strahlenkrone und die, wie Ameisendurcheinander hastenden Touristen und Trachten tragenden Bayern (weil, es war grad Oktoberfest.) Die wuchtigen Türme der Frauenkirche und das neugotische Neue Rathaus mit seiner verspielt überladenen Fassade. Zur anderen Seite hin blickt man auf den Viktualien Markt mit dem Turm des Alten Rathauses. In dem befindet sich ein Spielzeugmuseum.
Auch diesen Turm haben Ingrid und ich bestiegen. Das war diesmal für Ingrid kein Höhenangst-Problem, denn es gab ein richtiges Treppenhaus!
Nach draußen konnte man auf Grund der mundgeblasenen, uralten Sprossenfenster kaum gucken. Auf jedem Treppenabsatz war eine Abteilung des Museums zu besichtigen und es gab viel zu bestaunen… und durch die Butzenscheiben habe ich die Türme der Frauenkirche fotografiert.

Auf einem Turm der Frauenkirche war ich mit Silke bei unserm Besuch im Oktober 2002. Auch dieses mal schrieb sie für mich Tagebuch und spielte die Reiseführerin durch ihr München. Ins Tagebuch schrieb Silke am 1. Oktober 2002 wie folgt:
„… In Fortsetzung zu Papas Turmgeschichten fahren wir bequem mit einem Lift auf einen Turm des Liebfrauendomes. Die Aussicht ist phantastisch und man sieht meine Freunde, die Berge! Der freundliche Fahrstuhlführer weist uns noch auf das Glockenspiel um 11.00 Uhr am Rathaus hin.
Und das schauen wir uns auch an.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Polen


Auf der ersten Reise nach Masuren erwartet uns in Frauenburg (Frombork) die Katedra Frombork mit dem Grab von Nikolaus Kopernikus. Ein weitläufiges Backsteinbauwerk aus der Zeit des Deutschen Ritterordens. In einem quadratischen Turm hat man eine breite, moderne Betontreppe, die sich elegant nach oben wendelt, installiert.
Von ganz oben schwingt sich das Foulcaut’sche Pendel zum Beweis der Berechnungen des Nikolaus Kopernikus. Die breite Treppe und der schützende Arm Georgs, lassen Ingrid ihre Höhen-Phobie vergessen. Sie und wir werden belohnt von einer herrlichen Aussicht über das Frische Haff bis an die Ufer Königsbergs. Keine Wolke trübt den azurblauen Herbsthimmel. Die Oktobersonne hat das grüne Kupferdach aufgeheizt und wärmt uns die klammen Finger.
Wir versuchen das ferne Königsberg auf unsere Filme zu bannen, aber ohne Tele ist dies nicht möglich. Dieter Willhoeft visiert deshalb einen Dachreiter im Vordergrund an, und kann dann später erzählen: „Hinter dem Turmkreuz, da am Horizont, das ist Königsberg!“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

…immer noch auf Polenreisen

Rastenburg (Ketrzyn) Stadtrechte seit 1357
Georg hat sich den Turmschlüssel besorgt und führt uns mit spürbarem Stolz auf den Turm „seiner“ Kirche.

Er weiß von einem Verließ hier im Turm der alten Wehrkirche St. Georg. Die Renovierung ist noch nicht bis ins Turminnere vorgedrungen. Die Tauben haben alle Freiheiten, und ihre Hinterlassenschaften bedecken das Geländer der Treppe und unsere Hosenbeine und Schuhsohlen mit weiß- grau-grünlichem Guano. Gunter blies einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen. Georg zeigt uns von hier oben die Tischlerei seines Großvaters, die Gebäude der alten Zuckerfabrik und die Geleise der Bahnstrecke blinken herüber. Rastenburg zeigt sich uns in seinem spröden, spätherbstlichen Charme.

Auf unserer zweiten Polenreise, 2001, haben wir in Polen zwar Berge in Zakopane bestiegen, aber keine Türme. Dieses tat ich mit unserem Dok, Wolf-Dietrich,  auf der Rückreise in dem deutschen Görlitz.
Wir hatten nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und der Bus hielt auch schon wieder auf dem Markplatz. Trotzdem sind wir, obwohl es Eintritt kostete, flink die Treppen hinauf gehechtet. Und der Blick über diese Stadt mit ihren gut erhaltenen, alten Gebäuden, Kirchen und Türmen hat sich gelohnt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Plau am See

Er ist nicht hoch, der Burgturm in Plau am See,

letzter Zeuge einer mittelalterlichen Befestigungsanlage. Ein Rentner kassiert den Eintritt. Er weiß, unaufgefordert, viel über vergangene und DDR-Zeiten zu erzählen. Der Alte Mann hat ein kleines heimatkundliches Museum zusammengetragen. Mich faszinieren die Tintenfüller aus Glas, die ich als Grundschüler benutzt habe, aber längst aus meinem Gedächtnis verschwunden waren.. Man kann einen Kerker besichtigen. Er ist gewisser Maßen der Keller des Turmes. Keine Stufen, Leiter oder Treppe führen hinunter. Eine nackte Glühbirne an einem langen Kabel erleuchtet diesen unwirtlichen Schacht. Über einenWeidenkorb an einem Strick erhielt damals der „Eingespunte“ sein Wasser und Brot, wenn man ihn nicht gerade wieder einmal vergessen hatte.
Der Blick aus den Schießscharten kleinen Luken geht über den Plauer See und ist gar nicht so „trist“, wie es der Name „Griese Gegend“ vermuten läßt. Zumal, es war im Mai und die Sonne schien.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Burg Stargart

Mit dem Bergedorfer Posaunenchor waren wir im Mai 2001 zum Blasen bei einer Wallfahrt in Burg Stargart. Diese Walfahrt wurde übrigens von dem Erzbischoff Averhoff aus Hamburg gehalten. Zu unserer eigenen Freude und aus lauter „just for fun“ sind wir nach dem Festgottesdienst unter freiem Himmel, zur Burg Stargart (erbaut 1236-1285) gefahren. Diese Burgruine ist teilweise wieder hergestellt. Eine hohe Mauer umschließt den Innenhof. Und hier haben wir unser „Konzert mit ohne Zuhörern“ gegeben.

Unser Pastor Hoffmann, der seine Gudrun begleitet hatte, hat das alles fein auf Video aufgenommen. Natürlich sind wir, nach Zahlung von Eintrittsgeldern auf den Bergfried geklettert. Rapsfelder verstrahlten ihr sattes Gelb und wir konnten in der Ferne die Walfahrer bei ihrem Fest sehen.

Ein Himmel, so blau wie er nur im Mai ist, die Sonne, die auf Kathole und Evangele scheint …und:

Ich blick in die Ferne,
ich schau in die Näh,
den Mond und die Sterne,
den Wal d und das Reh.

Ihr glücklichen Augen,
was je ihr gesehn,
es sei wie es wolle,
es war doch so schön.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Rostock

Eine griese Sicht hatte ich allerdings vom Turm der Marienkirche im Oktober 1991 in Rostock.Zweihundertundfünf Stufen steige ich bis zur Glockenstube. Unten geblieben waren Ingrid und ihre Cousine Lilly aus Sanitz, ( die wieder aufgetauchte „rote Socke“). Über das Dach und die Kupfer gedeckten Dachreiter, geht der Blick in einen griesen Himmel. Der Turm von St Nikolai, ein Stadttor und die Plattenbauten von Lütten Klein grüßen aus der Ferne. Auf der Unterwarnow sieht man Kräne, die einen großen Frachter löschen. Auf der Langen Straße (hier richtet Marcus später für die Commerzbank eine Filiale ein) fährt eine gelbe Straßenbahn. Selbst bei diesem Wetter leuchten die bobonfarbenen, himmelblauen Trabis herauf.

Mein Blick kehrt in den Turm zurück. In der Glockenstube spannt sich ein Stahlgerüst kreuzweise vor gotischen Fensterbogen und sichern tonnenschwere Bronzeglocken. Eichenbohlen wehren sich gegen blätternden, weißen Anstrich. An der Wand lehnen bronzefarbene Klöppel und Werkzeug für das riesige Uhrwerk. Glockenstränge wickeln sich um eine mächtige, hölzerne Welle.
Noch ein Blick, ein letzter, auf das doch noch sehr griese Rostock. Nur ein paar Jahre später, können wir, bei einem Besuch bei Marcus und Birte, feststellen, welche Fortschritte die Stadt in kurzer Zeit gemacht hat.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Geesthacht

Die Aussichtstürme von Geesthacht. Auf den Runden Berg, hoch über der City, über dem Dr. Kramer-Imperium, stand ein stählerner Turm. Während meiner Schulzeit wuchsen hier noch keine Bäume, sondern Heide und im Frühjahr leuchteten die gelben Blüten des Besenginsters. Auf diesem Berg hat mein Kollege, der Buchdrucker Walter Kiehn (*1914), in den frühen Zwanzigern die Zeit verbracht, wenn er mit seinem Freund die Schule schwänzte. Die Entschuldigung schrieb er sich selbst: „…konnte er wegen Diare am Unterricht nicht teilnehmen!“ Es gab Senge mit dem Reetsche und Muttern mußte in die Schule kommen.Der Turm, wie auch seine Brüder, am Pumpspeicherbecken und bei uns in den Düneberger Heidbergen hat durchsichtige Stufen und verzinkte Gitterroste. Schuhabtreter sehen oft so aus. Das Geländer und die Handläufe sind so dick, dass ich sie mit der rechten Hand nicht umfassen kann. Selbst im heißen Sommer fühlen sie sich kühl an.
Vom Turm auf dem Runden Berg aus sah man die Elbe, die St.Salvatoriskirche, das Rathaus mit dem Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr, die neuen, modernen Häuser an der Schillerstraße und das auffallende Dach der kreisrunden Gesamtschule. Von der Zersiedelung Geesthachts bemerkt man nichts. Diesen Aussichtsturm hat man inzwischen wieder abgerissen. (Dr. Kramer wollte sich nicht in die Suppenteller schauen lassen.)
Die Elbe kann man von allen Aussichtstürmen sehen. Von „unserem“ Turm am Rande des Heidbergringes sieht man unter sich die HEW-Siedlung und am Horizont Hohenhorn und den grünen Saum des Sachsenwaldes. (Jetzt, im Winter 2003, verwehren inzwischen die hochgewachsenen Kiefern die Sicht.)Einmal konnte ich von hier oben Ralf Moths beobachten, der auf dem brachliegenden Feld am Moto-Cross-Gelände nach Artefakten grub.
Nach Westen reicht der Blick zum Michel, dem Fernsehturm, den Mundsburg Hochhäusern und wenn im Winter die Bäume kahl sind, kann man die große Birke unseres Schrebergartens sehen, die Schleuse, die Elbbrücke, die Christuskirche und St, Barbara und auch von hier das Dach der Gesamtschule. Also Düneberg liegt dir zu Füßen. Wobei man gerne die häßlichen Hochhäuser der BIG und das Antennen geschmückte Hochhaus am Ortseingang übersehen möchte. Ja, und ist es klar, reicht die Sicht bis an das andere Ufer des Urstromtales der Elbe, zu den blauen Bergen von Wilsede und Harburg.
Fast all dieses zusammengefaßt und aneinander gereiht, sieht man vom dritten Aussichtsturm beim Pumpspeicherbecken, dem höchsten Standpunkt unserer engeren Heimat.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Hiddensee, dat seute Länneken

Das Leuchtfeuer Dornbusch.
In das Reisetagebuch vom 2. Juli 2001 habe ich geschrieben:
Wir laufen bis zur großen Basaltmauer, liegen im warmen Sand und steigen dann die vielen Stufen wieder hinauf zum Dornbusch. Und nun sehen wir uns den weißen Leuchtturm, der uns schon in Schabrode begrüßt hat, von nahem an. Weit geht der Blick über das seute Länneken, über blühende Trockenwiesen und Hügel bis Rügen und auf die Ostsee bis zu unserem geliebten Møn.

Wir können uns kaum sattsehen und gehen dann, nach dem Abendschoppen, (Chianti zu Fuß aus der Toskana) zum Untergang der Sonne noch einmal zum Leuchtturm.

Es ist fast wie auf Santorini, das Volk versammelt sich am höchsten Punkt der Insel. Und dann löscht das Meer die Sonne aus.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Lübeck

Auf dem Turm der St Petrikirche war ich bei nicht so schönem Wetter im Jahre 2002 und habe zum ersten Mal von einem Turm mit der digitalen Kamera fotografiert.
Gleich vor und unter mir dominiert der mächtige Backsteinbau des Mariendomes. In diesem Dom hat der Fälscher Malskat seine Truthähne in die Spitzbögen gepinselt, die man noch heute besichtigen könnte, wären nicht alles verhängt wg. „Renovierung“.
Und der trübe Himmel bewirkt, dass Ingrid nicht lange unten auf mich zu warten braucht, schnell bin ich wieder bei ihr. Nun fängt es auch noch an zu regnen und wir verkriechen uns im Puppenmuseum der Hansestadt Lübeck.
Aber auf den Turm von St. Petri werde ich bei anderer Gelegenheit und gutem Wetter noch einmal steigen. Versprochen!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Insel Læsø


Auf der Dänischen Insel Lœsø waren wir 1994. Lœsø’s drei Türme erheben sich gerade mal eben über die windgeduckten Kiefern. Zwei davon sind Aussichtstürme zum beobachten der Vogelwelt. Es sind der Høsandetårnet und der Rønnertårnet. Der Erstere steht in einer Klitplantage und man schaut über ein Gebiet mit Binnendünen, Gestrüpp und Nadelbäumen bis zur blauen Küstenlinie im Norden. Der Zweite steht unmittelbar neben einer Salzsiedehütte und man sieht weit in ein ausgedehntes Watt- und Marschgebiet.

Doch das absolute Kuriosum war für uns der Aussichtsturm bei Byrum. Erbaut in Eigenarbeit von dem Holzschumacher Thorwald Hansen in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. (1927 fertiggestellt.)
Er ist nur 17,02m hoch und schön rosa und weiß angestrichen. Die Bausteine sind von ihm selbst geformt und gebrannt nach einem Vorbild eines Turmes in Skagen.
Und was sieht man von dort oben? Den Hof des Erbauers, grüne Felder und weit hinten die See und unter mir die höhenängstliche Ingrid im roten Kadett in einem Buch lesend.

Mit dieser Geschichte des urigen Turmes von Læsø schließe ich die Turmgeschichten.

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare