aus dem Reisetagebuch Weserbergland 1990

Porta Westfalica, 1990

…Wandern an der Porta Westfalica: Goldenes Herbstlicht über der Landschaft. Weiter Blick ins Land. Die Täler von einem bläulichen Dunstschleier überhaucht. Ein ausgeschilderter Wanderweg auf dem Kamm des Berzuges führt uns zu einem trigonometrischen Punkt, einem Aussichtstürmchen aus der Gründerzeit.

Es erwartet mich eine enge Wendeltreppe und ein sagenhafter Ausblick ins Weserbergland… und es waren Drachenflieger in der Luft!

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Hamburg

Auf den Michel stiegen wir, als die Kinder noch klein waren, Stufe für Stufe. Nicht weil wir so sportlich waren, wir wollten den Eintrittspreis für den Fahrstuhl sparen. (Mareile würde sagen: „Das war, als ihr mich in der Kinderkarre durch alle Hamburger Museen geschoben habt!“) Eine stereotype Redewendung, wenn es um die Erinnerung an die Ausflüge mit unseren drei Kindern geht.
Fahrstuhl gefahren bin ich mit Ingrids Tante Ida aus Berlin auf den Turm der Michaeliskirche. Bei Blohm & Voss lief gerade das Segelschulschiff, die Gorch Fock vom Stapel. Später auf dem nassen Kopfsteinpflaster des Krayenkamps, mit den Krameramtswohnungen, habe ich ihr die 4,50m abgeschritten, sie wollte mir nicht glauben, dass der Zeiger der Micheluhr solche Ausmaße hat.

Einmal waren wir mit dem Geesthachter Posaunenchor von St. Petri zum Turmblasen eingeteilt. Es war „Hamburger Wetter“. Es wehte eine sssteife Brise. Wir hatten den Eindruck, die Töne würden vom Wind verweht. Ist man aber zufällig in der Nähe des Michels, wenn der Türmer seinen täglichen Abendchoral bläst, erlebt man, wie weit der Klang getragen wird.
Zum allerletzten mal war ich dann mit dem Bergedorfer Posaunenchor von St. Petri und Pauli zum Turmblasen, anläßlich des 100 jährigen Jubiläums des Posaunenchores St. Michaelis.
Es war ein Schöner Sommerabend im Juli 2001 und wir haben uns das Blasen mit einem Chor aus der Melanchtongemeinde geteilt. Gudrun hatte ihr Tantchen mitgebracht und Dieter  seine Ursel, die verträumt auf das DAG-Hochhaus herunter sah und meinte: „Da hat nun mein Vater sein Leben lang gearbeitet.“

Noch sind die Kupferplatten des Michels, nach der Neueindeckung braun.
Werde ich das Grün der Patina noch erleben?


Auf dem Fernsehturm.
Mit dem Fahrstuhl sind wir mit unseren drei Kindern auf den Hamburger Fernsehturm gefahren. Hier kann man nicht zu Fuß hinauf, das wäre wohl auch zu heftig. Von der Aussichtsplattform hat man einen wohl einmaligen Blick über unsere schöne Hansestadt. Den Hafen, die Kirchtürme von St. Michaelis,
St. Nikolai, St. Katharienen, St. Petri und das Rathaus, die Alster und die Zwillingstürme der Hochhäuser an der Hamburger Straße, das Polizeihochhaus am Berliner Tor, die Wolkenkratzer am Grindelberg, den Wasserturm im Stadtpark, die Norderelbbrücken und die hochgespannte Köhlbrandbrücke.
Erst von hier oben sieht man, wie grün Hamburg ist. Mit den Wallanlagen, Planten un Blomen, dem Botanischen Garten und dem Stadtpark.
Diese Aussicht haben wir, Mareile und ich, als Ingrid zur Kur in Bad Wildungen war, im Drehrestaurant des Fernsehturmes genossen. Mareile kann sich noch genau erinnern: „Es gab Ente l’Orange auf Apfelrotkohl mit Kroketten!“

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Lauenburg/Elbe


Nicht sehr Spannend, sieht man einmal von den Folterwerkzeugen, rostigen Ketten, Kugeln und Truhen im Turmverließ ab, ist die Besteigung des Lauenburger Schloßturmes. Nur von außen über eine schwarze Holztreppe ist die schwere Eingangstür zu erreichen. Eng winden sich ausgetretene Treppenstufen hinauf und nach draußen kann man nicht gucken.

Also schön wieder hinunter, um an die Brüstung des „Schleswig-Holsteiner Südbalkons“ zu treten, um den Drei-Länder-Blick zu genießen: Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Niedersachsen.

Was wir auch immer wieder mit unseren „ausländischen“ Besuchern tun… zuletzt mit unseren Holländern Rita und Jos. Oder mit dem entfernten Cousin von Ingrid aus dem Rheinland, dessen Name uns nicht einfällt.
Auch mit Dara, der Austauschschülerin aus Plaisir bei Paris, die selbst vor diesem herrlichen Panorama unberührt ihren Rubik-Würfel knackend in alle Richtungen drehte.

sodele, Ende des ersten Teiles. Weiter gehts mit dem Link unten: „ältere Artikel“

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München

Am 26. September 1998, waren wir zu Besuch bei Silke in München. Sie hat uns stolz „ihr“ München gezeigt und abends für mich das Tagebuch geführt.
Auch hier waren wir hochdroben. Nicht nur auf dem Riesenrad des Oktoberfestes, sondern laut Eintrittskarte No. 28. für DM 2.50 Spende, auf dem Alten Peter.
Man hätte, wenn denn Fön gewesen wäre, die bezuckerten Alpen sehen können. Wie später am Starnberger See oder von der Ilkahöhe aus. Doch so hatten wir das, im weißen Licht der umflorten Septembersonne liegende München vor und unter uns. Der Marienplatz mit seiner golden blinkenden Mariechen in der Strahlenkrone und die, wie Ameisendurcheinander hastenden Touristen und Trachten tragenden Bayern (weil, es war grad Oktoberfest.) Die wuchtigen Türme der Frauenkirche und das neugotische Neue Rathaus mit seiner verspielt überladenen Fassade. Zur anderen Seite hin blickt man auf den Viktualien Markt mit dem Turm des Alten Rathauses. In dem befindet sich ein Spielzeugmuseum.
Auch diesen Turm haben Ingrid und ich bestiegen. Das war diesmal für Ingrid kein Höhenangst-Problem, denn es gab ein richtiges Treppenhaus!
Nach draußen konnte man auf Grund der mundgeblasenen, uralten Sprossenfenster kaum gucken. Auf jedem Treppenabsatz war eine Abteilung des Museums zu besichtigen und es gab viel zu bestaunen… und durch die Butzenscheiben habe ich die Türme der Frauenkirche fotografiert.

Auf einem Turm der Frauenkirche war ich mit Silke bei unserm Besuch im Oktober 2002. Auch dieses mal schrieb sie für mich Tagebuch und spielte die Reiseführerin durch ihr München. Ins Tagebuch schrieb Silke am 1. Oktober 2002 wie folgt:
„… In Fortsetzung zu Papas Turmgeschichten fahren wir bequem mit einem Lift auf einen Turm des Liebfrauendomes. Die Aussicht ist phantastisch und man sieht meine Freunde, die Berge! Der freundliche Fahrstuhlführer weist uns noch auf das Glockenspiel um 11.00 Uhr am Rathaus hin.
Und das schauen wir uns auch an.

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Polen


Auf der ersten Reise nach Masuren erwartet uns in Frauenburg (Frombork) die Katedra Frombork mit dem Grab von Nikolaus Kopernikus. Ein weitläufiges Backsteinbauwerk aus der Zeit des Deutschen Ritterordens. In einem quadratischen Turm hat man eine breite, moderne Betontreppe, die sich elegant nach oben wendelt, installiert.
Von ganz oben schwingt sich das Foulcaut’sche Pendel zum Beweis der Berechnungen des Nikolaus Kopernikus. Die breite Treppe und der schützende Arm Georgs, lassen Ingrid ihre Höhen-Phobie vergessen. Sie und wir werden belohnt von einer herrlichen Aussicht über das Frische Haff bis an die Ufer Königsbergs. Keine Wolke trübt den azurblauen Herbsthimmel. Die Oktobersonne hat das grüne Kupferdach aufgeheizt und wärmt uns die klammen Finger.
Wir versuchen das ferne Königsberg auf unsere Filme zu bannen, aber ohne Tele ist dies nicht möglich. Dieter Willhoeft visiert deshalb einen Dachreiter im Vordergrund an, und kann dann später erzählen: „Hinter dem Turmkreuz, da am Horizont, das ist Königsberg!“

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…immer noch auf Polenreisen

Rastenburg (Ketrzyn) Stadtrechte seit 1357
Georg hat sich den Turmschlüssel besorgt und führt uns mit spürbarem Stolz auf den Turm „seiner“ Kirche.

Er weiß von einem Verließ hier im Turm der alten Wehrkirche St. Georg. Die Renovierung ist noch nicht bis ins Turminnere vorgedrungen. Die Tauben haben alle Freiheiten, und ihre Hinterlassenschaften bedecken das Geländer der Treppe und unsere Hosenbeine und Schuhsohlen mit weiß- grau-grünlichem Guano. Gunter blies einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen. Georg zeigt uns von hier oben die Tischlerei seines Großvaters, die Gebäude der alten Zuckerfabrik und die Geleise der Bahnstrecke blinken herüber. Rastenburg zeigt sich uns in seinem spröden, spätherbstlichen Charme.

Auf unserer zweiten Polenreise, 2001, haben wir in Polen zwar Berge in Zakopane bestiegen, aber keine Türme. Dieses tat ich mit unserem Dok, Wolf-Dietrich,  auf der Rückreise in dem deutschen Görlitz.
Wir hatten nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und der Bus hielt auch schon wieder auf dem Markplatz. Trotzdem sind wir, obwohl es Eintritt kostete, flink die Treppen hinauf gehechtet. Und der Blick über diese Stadt mit ihren gut erhaltenen, alten Gebäuden, Kirchen und Türmen hat sich gelohnt.

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Plau am See

Er ist nicht hoch, der Burgturm in Plau am See,

letzter Zeuge einer mittelalterlichen Befestigungsanlage. Ein Rentner kassiert den Eintritt. Er weiß, unaufgefordert, viel über vergangene und DDR-Zeiten zu erzählen. Der Alte Mann hat ein kleines heimatkundliches Museum zusammengetragen. Mich faszinieren die Tintenfüller aus Glas, die ich als Grundschüler benutzt habe, aber längst aus meinem Gedächtnis verschwunden waren.. Man kann einen Kerker besichtigen. Er ist gewisser Maßen der Keller des Turmes. Keine Stufen, Leiter oder Treppe führen hinunter. Eine nackte Glühbirne an einem langen Kabel erleuchtet diesen unwirtlichen Schacht. Über einenWeidenkorb an einem Strick erhielt damals der „Eingespunte“ sein Wasser und Brot, wenn man ihn nicht gerade wieder einmal vergessen hatte.
Der Blick aus den Schießscharten kleinen Luken geht über den Plauer See und ist gar nicht so „trist“, wie es der Name „Griese Gegend“ vermuten läßt. Zumal, es war im Mai und die Sonne schien.

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