Hamburg

Auf den Michel stiegen wir, als die Kinder noch klein waren, Stufe für Stufe. Nicht weil wir so sportlich waren, wir wollten den Eintrittspreis für den Fahrstuhl sparen. (Mareile würde sagen: „Das war, als ihr mich in der Kinderkarre durch alle Hamburger Museen geschoben habt!“) Eine stereotype Redewendung, wenn es um die Erinnerung an die Ausflüge mit unseren drei Kindern geht.
Fahrstuhl gefahren bin ich mit Ingrids Tante Ida aus Berlin auf den Turm der Michaeliskirche. Bei Blohm & Voss lief gerade das Segelschulschiff, die Gorch Fock vom Stapel. Später auf dem nassen Kopfsteinpflaster des Krayenkamps, mit den Krameramtswohnungen, habe ich ihr die 4,50m abgeschritten, sie wollte mir nicht glauben, dass der Zeiger der Micheluhr solche Ausmaße hat.

Einmal waren wir mit dem Geesthachter Posaunenchor von St. Petri zum Turmblasen eingeteilt. Es war „Hamburger Wetter“. Es wehte eine sssteife Brise. Wir hatten den Eindruck, die Töne würden vom Wind verweht. Ist man aber zufällig in der Nähe des Michels, wenn der Türmer seinen täglichen Abendchoral bläst, erlebt man, wie weit der Klang getragen wird.
Zum allerletzten mal war ich dann mit dem Bergedorfer Posaunenchor von St. Petri und Pauli zum Turmblasen, anläßlich des 100 jährigen Jubiläums des Posaunenchores St. Michaelis.
Es war ein Schöner Sommerabend im Juli 2001 und wir haben uns das Blasen mit einem Chor aus der Melanchtongemeinde geteilt. Gudrun hatte ihr Tantchen mitgebracht und Dieter  seine Ursel, die verträumt auf das DAG-Hochhaus herunter sah und meinte: „Da hat nun mein Vater sein Leben lang gearbeitet.“

Noch sind die Kupferplatten des Michels, nach der Neueindeckung braun.
Werde ich das Grün der Patina noch erleben?


Auf dem Fernsehturm.
Mit dem Fahrstuhl sind wir mit unseren drei Kindern auf den Hamburger Fernsehturm gefahren. Hier kann man nicht zu Fuß hinauf, das wäre wohl auch zu heftig. Von der Aussichtsplattform hat man einen wohl einmaligen Blick über unsere schöne Hansestadt. Den Hafen, die Kirchtürme von St. Michaelis,
St. Nikolai, St. Katharienen, St. Petri und das Rathaus, die Alster und die Zwillingstürme der Hochhäuser an der Hamburger Straße, das Polizeihochhaus am Berliner Tor, die Wolkenkratzer am Grindelberg, den Wasserturm im Stadtpark, die Norderelbbrücken und die hochgespannte Köhlbrandbrücke.
Erst von hier oben sieht man, wie grün Hamburg ist. Mit den Wallanlagen, Planten un Blomen, dem Botanischen Garten und dem Stadtpark.
Diese Aussicht haben wir, Mareile und ich, als Ingrid zur Kur in Bad Wildungen war, im Drehrestaurant des Fernsehturmes genossen. Mareile kann sich noch genau erinnern: „Es gab Ente l’Orange auf Apfelrotkohl mit Kroketten!“

Über meinkerbholz

ein oller Rentner, der sich darüber freut, wenn sein Geschreibe hier gelesen wird.
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