Auf Rügen und Sylt

Die Leuchttürme auf Rügen am Kap Arkona durfte man noch nicht besteigen, als wir bei schlechtem Wetter die Insel erkundet haben. Das war 1991.
Die Ruine eines alten Turmes war begehbar, was ich natürlich nutzte. Durch eine glaslose Fensteröffnung fotografierte ich den viereckigen Leuchtturm des ollen Schinkel und seinen modernen Nachbarn aus der Jahrhundertwende.
Vor den beiden Türmen flatterte Wäsche im Wind. Der Name „Windland“ hat wahrlich seine Berechtigung für Rügens Halbinsel Wittow.


Weit geht der Blick über die Ostsee. Ist doch die Kreideküste hier fast 50 m hoch. Bis Schweden sind es keine 100 km und sicher kann man bei klarem Wetter Møns Klinten sehen.
Mir zu Füßen liegen die Reste der Jaromasburg. Es sind nur noch Erdwälle zu sehen. Der Tempelbereich selbst ist durch Uferabbrüche verloren gegangen. Der Tempel war der slawischen Gottheit Swantewitt geweiht. Die Burg war ohnehin schon im Jahre 1168 von den Dänen zerstört worden.

Ein schöner Wanderweg führt durch Flieder, Sanddorn und Schlehen am Rande der Steilküste zum kleinen, Denkmal geschützten, Dorf Vitt. Die strohgedeckten Fachwerhäuser liegen in einer Senke. Von hier oben kann man das Dorf nicht sehen. Aber die kleine Kapelle, die der Pastor und Dichter L. TH. Kosegarten Anfang des Neunzehnten Jahrhunderts für seine Uferpredigten errichten ließ, leuchtet weiß herüber.Und nun schnell wieder zu Ingrid auf den Burgwall. Ein Foto á là Caspar David Friedrich erinnert an diesen wunderschönen Urlaubstag auf Deutschland größter Insel Rügen.

Hörnum, Insel Sylt 1958
Ein ähnliches Genre bilden die Leuchttürme in Hörnum. Auch hier steht eine alte Turmruine, von der aus man durch einen Rundbogen das rot-weiße Seezeichen sehen und fotografieren kann.


Man sieht von hier oben die rot geklinkerten ehemaligen Kasernen, die reetgedeckten Friesenhäuser, den sturmgepeitschten Blanken Hans, oder aber im Sommer, bei schönem Wetter, die weite, blaue Nordsee. Der Campingplatz verbirgt sich hinter hohen Dünen. An den Schiffsmasten, Segeln und Aufbauten erahnt man hinter den geduckten Häusern den nahen Hafen.
Rot leuchten die Rosen auf dem Mittelstreifen auf der damals, einzigen Straße Hörnums. Die Inselbahn, ohne Lokomotive, dafür mit Lastwagen ähnlicher Zugmaschine, brachte die Badeurlauber auf die Insel. PKWs waren damals kaum zu sehen.
Ich war drei mal auf Sylt und in Hörnum. Jedesmal habe ich die kleine Turmruine bestiegen und der Leuchtturm hat mir die Inspiration zu dem Bild geliefert, welches jetzt in Schenefeld bei Birte und Marcus im Wohnzimmer hängt.

Advertisements

Über meinkerbholz

ein oller Rentner, der sich darüber freut, wenn sein Geschreibe hier gelesen wird.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s